Donnerstag, 13. November 2008

Schnee in Granada

Okay, das ist wohl etwas unpräzise... Während man sich in der Stadt Granada über Dauerregen ärgern durfte, fiel in der Provinz Granada Schnee - und nicht gerade wenig. Aber noch genauer gesagt, ist der Schnee auf den höheren Gipfeln der Sierra Nevada gefallen.
Letzte Woche als ich ein paar Einkäufe erledigt habe und ich auch zufällig meine Digi-Cam mit hatte, konnte ich mich schon - und ihr euch dadurch auch - an diesem faszinierenden Naturschauspiel erfreuen. Bitte entschuldigt die Straßenlaternen, es gab so viele, da war immer eine mit auf dem Bild.
Seitdem hat es bis heute gedauert, bis mal wieder "klare" Luft war um und über Granada. Die Gelegenheit ergriffen ich und Mari beim Schopfe und wir trafen uns bevor unser Kurs los ging um 12 Uhr an der Plaza Nueva. Da saßen wir dann schön draußen, haben einen Kaffee getrunken (Blick auf's Thermometer der Apotheke nebenan zeigte 22°C - aber jetzt kein Neid, ne?) und dann ging's ab in den Albaycín zum Mirador San Nicolás. Und da saßen wir dann auch nochmal ne halbe Stunde, haben mit der Sonne um die Wette gelacht und diese schönen Bilder gemacht... und naja ein paar Funktionen an der Camera ausprobiert (hier nur die SW-Ansicht).

Viel Spaß beim Angucken,
Besitos,
Eure Sophia





Montag, 3. November 2008

Das erste ist eine Friedensdemonstration von alles Schulen in Musine.. war sehr suess.
Jetzt nicht das schoenste bild... aber naja ein paar meiner mitbewohner nach 6 stunden durch den dschungel stapfen.

Einer meiner Mitbewohner in der haengematte vor dem haus.




Unser Haus ;-) Das halb verdeckte in der mItte.


Unsre Kueche, Wohnzimmer, Esszimmer...



Hola chicos y chicas,

Mal wieder ein kleines update aus dem kleinen aber feinen Muisne. Insgesamt geht es mit weiterhin gut und ich lerne hier in Muisne eine wirklich andere Welt kennen. Die letzte Zeit hab ich auch mehr gearbeitet... darueber kann ich jetzt mal ein Bisschen erzaehlen.
Vorher noch kurz meine Adresse fuer die dies interessiert. Da die Post nach Muisne so unzuverlaessig ist gehts jetzt hier hin. Ich werd benachrichtigt wenn was ankommt. Telefonnrst aber direkt bei mir im Haus. Freu mich ueber anrufe.

005936248031

Adresse: Quito Clubhouse South American Explorers
An: Hanna Kruegener
Jorge Washington 311 y Leonidas Plaza
Quito
Ecuador

Die Schule geht bis zur 7. Klasse. Jede Klasse hat einen Lehrer oder eine Lehrerin von der ersten bis zur siebten Klasse in allen Faechern... also sie lernen wirklich nur den kennen. Es ist eine staatliche Schule, was hier in ecuador wohl viel an der Qualitaet ausmacht (staatlich eher schlecht als recht). Jede Woche faengt damit an, dass sich alle schueler in reih und glied nach klassen sortiert auf dem schulhof aufstellen und die Nationalhymne, singen. Jeden tag werden gemeinsam ein paar Sportuebungen gemacht, um wach zu werden. Die Schueler haben wie in allen anderen Schulen in Ecuador uniformen an. Fuer jeden Schueler gibt es eine Sport-, eine Festtags- und eine normale Uniform. Da die Lehrer oft weniger bezahlt bekommen als sie sollten, wird haeufigermal gestreickt...was fuer die schueler echt bloed ist aber aus sicht der lehrer verstaendlich.

Ich arbeite in einer sechsten Klasse. Sie besteht aus 39 (!) Schuelern. Die Schueler sind im Alter von 9 bis 14. Der Raum ist sehr eng und an Material gibt es die Tafel und Buecher(die immerhin vom staat gestellt werden). Eine steckdose habe ich noch nicht entdeckt. Meine Lehrerin heisst estrella und arbeitet seit 20 jahren. Der Unterricht betseht aus einigen begrenzten methoden: die lehrerin spricht vor, die Klasse spricht nach; die lehrerin diktiert; die Kinder schreiben von der Tafel ab oder sie arbeiten in ihren buechern. Waehrend die schueler arbeiten, telefoniert die lehrerin, quatscht mit irgentwelchen, die am fenster stehen (fensterscheiben gibt es nicht). Wenns ihr zu laut wird haut sie einmal aufn tisch und schreit in die Klasse... also nicht sehr motivierend fuer die schueler. Als hausaufgabe ist jeden Tag eine beliebige Seite aus einem Lehrbuch abschreiben...

Das Niveau der Schueler ist unvorstellbar unterschiedlich. Mir ist schleierhaft, wie es einige in die 6. Klasse geschafft haben. So koennen in Mathe einige nichtmal 2 mal 3 rechnen und andere 24754 mal 67. Die meisten Schueler kommen aus sehr armen familien mit ca 7 geschwistern, die alle in einem haus wohnen und meist auch noch der fernseher laeuft (denn auch in noch so klapperige bretterverschlaege gehoert ja ein fernseher...). Die Eltern koennen meist nicht lesen und schreiben.

Was ist also meine Aufgabe? Ich unterrichte Englisch jeden Tag 1-2 Stunden. Die Schuler koennen noch nichts, die Lehrerin auch kein Wort und es gibt kein Material... Kreativitaet ist also gefragt. Obwohl es auch nicht zu kreativ sein darf, da die Schuler ja nur reproduzieren und zuhoeren gewohnt sind. Mathe hab ich jetzt auch schon einige male unterrichtet, da die Lehrerin es nicht versteht (sie unterrichtet ja auch erst seit 20 Jahren...). Oder ich habs der Lehrerin erklaert und sie den Schuelern. Sonst lauf ich die meiste Zeit von Schueler zu schueler und erklaere, erklaere, erklaere... Von allen Seiten erklingt es „hanna“, „hanna“ oder „profe“, waehrend die lehrerin durch die gegend chillt.

Insgesamt macht mir die Arbeit Spass... und ich merke, dass es wichtig und gut ist, dass ich da bin. Manchmal frag ich mich wies ohne gehn sollte. Andersseits muss auch immer im Hinterkopf bleiben, dass Bildung fuer ein Leben auf Muisne auch nicht so wichtig ist... ausser man plant Muisne zu verlassen. Hier besteht das Leben ja mehr aus Strand, chillen, soviel arbeiten, dass es zum leben reicht, kinder, essen, sport (fussball, volleyball, basketball), karten spielen und am wichtigsten Musik (tanzen und singen). Da muss man nicht unbedingt Bruchrechnung koennen.
Ansonsten haben wir ein weiteres Projekt begonnen. Wir wollen zusammen mit einer anderen Freiwilligenorganisation den Schulhof meiner Schule neu machen. Auf dem gibt es nichts. erst ma gehts ans disignen, sponsoren finden und dann irgentwann ans bauen ;-).

Ja und was mache ich so ausser arbeiten? Da hat sich nciht viel geaendert: am strand chillen, zusammen kochen, caipi trinken, tanzen, lagerfeuer am strand machen und singen/gitarre lauschen. Bei den andere Maedels gabs hier schone einige Typengeschichtenmit ecuadorianern, was von aussen sehr lustig zu beobachten ist. Aber ich hab ja meinen ;-) Der ist jetzt uebrigens auch in Ecuador und macht in Quito Sprachschule.. da bin ich auch gerade... (er ist gerad in der sprachschule). An den Wochenenden machen wir oft ausfluege. Das letzte waren wir im dschungel... haben uns 6 stunden durch den dschungel gekaempft um dann die nacht auf einem holzfussboden zu schlafen ;-) ohne isomatte... abenteuer ;-)

Wie ihr merkt gibt es sehr viel zu erzaehlen... weiss gar nicht wo ich anfangen und aufhoeren soll und richtig vorstellbar ists in de dann doch nicht. Diese mail war vl. Etwas lehramtsstudentenlastig... die naechste wird wieder anders ;-)

Ganz liebe gruesse an alle,
Hanna